Ausstellungen und Aktivitäten finden Sie für dieses Jahr hier und unter dem Link "Kunstfenster". Eine Auswahl der letzten Jahre unter dem Link "Die letzten Jahre"
In diesen Tagen und bei dem Wetter kann es schon mal eng werden auf den Badestegen entlang des Ammersees: eine optische Herausforderung für den Dießener Maler Martin Gensbaur. Wie in all seinen Arbeiten geht es auch bei dem Steg in St. Alban darum, den dreidimensionalen Raum in die Höhe und die Breite einer Leinwand zu übersetzen. Die Weite bis hin zum Alpenpanorama, die man an dieser Stelle an solchen Tagen erleben kann, wird in dem Gemälde durch die Verkürzung der liegenden Figuren, des Steges und des Geländers vor der blauen Oberfläche des Sees greifbar. Und natürlich kommt die Sonne hinzu, die gerade um die Zeit der Sommersonnwende Mensch und Natur zum Leuchten bringt. Doch glaubt man dem Maler David Hockney, dann ist das alles nur „eine Illusion“.
Ab 1. Juli 2026 / Pavillon der Arbeitsgemeinschaft Dießener Kunst ADK / Seestraße 30 / Dießen am Ammersee / geöffnet täglich von 12 bis 18 Uhr
Welcher Art von Klang man auf einem Spaziergang durch den Luftkur- und Künstlerort Dießen begegnet, hängt ganz davon ab, wo und wann man gerade unterwegs ist. In der Hofmarkkurve kann es schon mal laut werden, wenn das Postauto parkt und der Verkehr durchmuss. Am kommenden Sonntag dürften die Chancen nicht schlecht sein, auch dort einmal ganz andere Klänge zu vernehmen. Der Dießener Maler Martin Gensbaur öffnet die Türe seines Kunstfensters und übt Klavierwerke von Wolfgang Amadeus Mozart. Im Programm sind die „Sonata facile“, zwei Fantasien in d- und in c- Moll und das berühmte „Horowitz“-Rondo in D-Dur. Passend zu den Musikstücken zeigt Gensbaur drei ausgewählte eigene Werke, Bilder vom Meer.
Wer mehr sehen und hören möchte, dem sei ein Blick in das Programm des Heimatvereins auf der Website der Gemeinde Dießen empfohlen (Programm Klangspaziergang 2026).
Sonntag, 7. Juni, Kunstfenster, Hofmark 13, von 15 bis 17 Uhr. Eintritt frei.
Ein Jubiläum steht an, das man in Folge des Töpfermarktes leicht übersehen könnte: Vor 150 Jahren, verließ der Maler Hirth du Frênes über den Sommer den Umkreis der Akademie in München Schwabing und richtete sich für mehrere Jahre im ersten Stock des Spitzenbergerhauses in der Dießener Herrenstraße ein Atelier ein. Er gehört zu den bedeutendsten Künstlern des „Leibl-Kreises“. Sein in diesen Jahren entstandenes Porträt des Malerfreundes Carl Schuch hängt heute zurecht in der Pinakothek in der Nähe der beiden größten Menschendarsteller des 19. Jh. Francisco de Goya und Eduard Manet.
2026 feiert der Markt Dießen sein 700-jähriges Jubiläum und Andrea Frahms Werkstattladen „Adebar“ im Spitzenbergerhaus sein 5-jähriges Bestehen. Ich nehme die Einladung gerne an, eine Auswahl meiner aktuellen Bilder an diesem geschichtsträchtigen Ort zu zeigen. Die Ausstellung wird am Samstag, 9. Mai um 17 Uhr mit einleitenden Worten von Thomas Goppel eröffnet und kann zu den Ladenöffnungszeiten bis September besichtigt werden.
Der daoistische Philosoph Zhuangzi (um 365 – 290 v. Chr.) träumte ein Schmetterling zu sein. Als er erwachte, wusste er nicht mehr ob er Zhuangzi oder nicht doch der Schmetterling war, von dem er gerade geträumt hatte. Ähnlich wie in dem „Buch vom südlichen Blütenland“ des chinesischen Philosophen handeln auch die drei neuen Bilder des Dießener Malers Martin Gensbaur von der Relativität der Wirklichkeit in unseren Tagen. Die Menschen am Seeufer verharren im Schauen, im Gespräch, beim Boulespiel, sogar der Hund sitzt ganz still, als ob er gerade träumt. Die relative Stille der drei Bilder kann auch der Bergmüllerhund mit seinem Gebell oder der tägliche Durchgangsverkehr mit seinem Chaos nicht durchbrechen.
Die Serie am See hängt seit 7. Mai im Pavillon am See
„Am See“, Öl/Lwd., je 50 cm x 70 cm, 2026
Woran erkennt man einen Künstlerort? „Ein Künstlerort oder Künstlerdorf ist ein Ort, der durch die historische Ansiedlung von Malern, Bildhauern oder Dichtern geprägt wurde…“. Was die mit KI erzeugte Antwort vorschlägt, lässt sich mit einem Blick auf den Ortsplan überprüfen. Entlang der Straße von Dießen nach Rott trägt ein ganzer Ortsteil die Namen von Malern, die Leibl-, Vorhölzer-, Stagura-, Skell-, Schilcher-, Thomas-Theodor-Heine-, Fritz-Winterstraße und der Dekkertweg. Dazu kommen die Bergmiller-, Eduard-Gabelsberger- und die Max-Koeppenstraße, der Alexander-Koesterweg und der Curry-Park. Die Bildhauer und Dichter sind nicht berücksichtigt.
Im Rahmen der 700-Jahrfeier ist ein Vortrag über das Thema „Malen unter dem Dießener Himmel - Dießener Maler (1876-1976)“ in Vorbereitung, den die
Kunsthistorikerin Clara Gensbaur-Shao halten wird. Sie und ihr Vater, der Dießener Maler Martin Gensbaur haben über das Thema ein Buch geschrieben, das zum 1. April im hauseigenen Verlag „edition
Kunstfenster“ erscheinen wird. Es ist dazu geeignet sich einen ersten Überblick über das Thema zu verschaffen. Die wichtigsten Künstler, die in dem Jahrhundert von 1876 bis 1976 in Dießen eine
Rolle spielen, sind auf 60 Seiten, teils mit Abbildungen vorgestellt. Ein Blick in das Namens- und Sachregister am Ende des Buchs ergibt ein
eindrucksvolles Panorama der süddeutschen Kunstgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
„Dießener Maler“ erscheint am 1. April und ist in der Buchhandlung Colibri, im Pavillon der ADK oder auch im Buchhandel für 10 € erhältlich (ISBN Nr.: 978-3-9823039-7-0).
(Die Nachfrage ist so groß, dass bereits ein Nachdruck der ersten Auflage in Auftrag gegeben wurde- herzlichen Dank!)
Augsburger Allgemeine, 1. April 2026
Süddeutsche Zeitung, 14. April 2026
«Ποταμῷ οὐκ ἔστιν ἐμβῆναι δὶς τῷ αὐτῷ.» (Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen). In den sogenannten „Flussfragmenten“ vergleicht der griechische Philosoph Heraklit das menschliche Dasein mit einem Fluss. Kaum ein Sinnbild veranschaulicht die Aussage des Vorsokratikers vor über 2500 Jahren in unseren Tagen deutlicher als ein Klick auf eine der vielen Webcams, die rund um die Uhr Bilder von allen möglichen Orten in die Welt senden. Der Dießener Maler Martin Gensbaur zeigt zur Frühjahrsausstellung der Arbeitsgemeinschaft Dießener Kunst, ADK im Pavillon am See zwei Bilder vom vergangenen Sommer aus der Serie seiner „Webcam-Bilder“. Er nimmt Heraklit zum Anlass für eine Reihe neuer Bilder, die ähnlich wie die zufälligen Screenshots auf der Festplatte des Computers in einer Endlosschleife fortsetzbar sind. Im Unterschied zu den digitalen Bilddateien erfordert seine spezifische Art der Umsetzung des Bildmaterials in klassische Ölmalerei auf Leinwand allerdings eine geraume Zeit. Zeit, die nie stillsteht.
Das Dießener Kunstfenster in der Hofmarkkurve versteht sich als Fenster zur Welt. Auch wenn der Moment kurz ist, der dem Vorbeifahrenden bleibt, einen Blick auf die dort ausgestellten Bilder zu werfen, so gehen der Dießener Maler Martin Gensbaur und seine Frau Ulli Gensbaur doch davon aus, dass ein Eindruck bleibt. Alle Bilder, die hier in den letzten Monaten zu sehen waren und manche, die in den kommenden Wochen noch ausgewechselt werden, gehören zu einer umfangreichen Ausstellung mit dem Titel „Et in Arkadia ego“, , die für den Oktober 2026 in Vorbereitung ist. Und zu dem aktuellen Bild gibt es, wie zu dem letzten Gemälde wieder einen KI-generierten Satz:
„Die Terrazza Parrini (oft auch als Ristorante Bellavista Parrini geführt) ist ein renommiertes Restaurant in Follonica, das für seinen Panoramablick auf den Golf von Follonica bekannt ist. Es gehört zum traditionsreichen Hotel Parrini und bietet eine gehobene Küche mit Schwerpunkt auf maremmanischen Spezialitäten und frischem Fisch.“
„Jetzt kommt die sibirische Kälte!“ Den aktuellen Schlagzeilen mit der Wettervorhersage für Ende Januar setzt das Kunstfenster in der Dießener Hofmarkkurve ein neues Bild des Malers Martin Gensbaur mit dem Titel „Et in Arkadia ego“ entgegen. Vielleicht kann uns die hier dargestellte Situation ja für einen kurzen Augenblick erwärmen. Das Bild gehört zu einer Reihe, zu der in diesem Frühjahr die zwölfte Ausgabe der Schriftenreihe DAS KUNSTFENSTER erscheinen wird und der im Herbst mehrere Ausstellungen im Künstlerort Dießen gewidmet sein werden. Das Bild mit zwei Sonnenanbeterinnen und einem Wachhund am Strand der südtoskanischen Kleinstadt Follonica spricht vielleicht nicht nur die Artgenossen der Dogge, wie den Bergmüllerhund im Fresko vor dem Kunstfenster an. Es ist der Blick in eine ganz andere Jahreszeit und eine ganz andere Welt. Denn, wie schrieb Franz Marc in einem seiner Briefe: „Erkennt meine Freunde, was Bilder sind: Das Auftauchen an einem anderen Ort“.
mitten im Winter - mitten in Dießen
(neues Bild im Kunstfenster)
Traum oder Wirklichkeit? Man sollte sich etwas Zeit nehmen und zweimal hinsehen. Wer sich in diesen eher trüben Tagen nach einem Platz an der Sonne
sehnt, von einem einsamen Strand irgendwo am Mittelmeer träumt und sich mal für ein paar Minuten aus Oberbayern wegbeamen möchte, dem ist jetzt, kurz vor Weihnachten, der Weg über das
Kunstfenster in der Hofmarkkurve zu empfehlen. Als Ausblick auf die Projekte des kommenden Jahres und die nächste Ausgabe der Schriftenreihe „Das Kunstfenster“ zeigt Martin Gensbaur ein Bild mit
dem Titel „Et in Arkadia ego“. Es zeigt eine Liegende neben einem Rucksack und einer gelben Plastiktüte am Strand der südtoskanischen Kleinstadt Follonica. Wie immer geht es den Bildern des
Dießener Malers um Raum. Doch nicht zu jeder Jahreszeit hat man hier, in der Nähe des „Piccolo Mondo“, soviel Platz wie auf diesem Gemälde. Und schon gar nicht in der engen
Hofmarkkurve.
Abb.: Martin Gensbaur „Et in Arkadia ego“, Öl/Lwd., 80 cm x 80 cm, 2025
LT extra, 13. Dezember 2025, S. 17
Gerade noch rechtzeitig zu „Dießen leuchtet“ meldet sich das Kunstfenster zurück. Noch konnte wegen der Baustelle, wer mit dem Auto oder zu Fuß durch die Hofmark kam, nur flüchtig erahnen, was gezeigt wird. Am Donnerstagabend ist es dann soweit. Das Bild im Kunstfenster handelt vom Meer und erinnert noch einmal an den Dichter Friedrich Hölderlin, der genau vor einem Jahr Thema einer Veranstaltung im Dießener Colibri war. Thomas Knubben schreibt in seinem Buch Winterreise: „Hier…hatte Hölderlin den offenen Blick aufs offene Meer, hier konnte er sich den Gezeiten, der hypnotisierenden Bewegung der Wellen hingeben…. Hier konnte und musste er freilich auch erkennen, dass dieser Augenblick der Versunkenheit die Augen heftet…— 'Augenblick verweile doch, du bist so schön!'. – Diesen Moment…festhalten, ihn bannen zu wollen, aber kann nur bedeuten, ihn in Worten, Bildern und Tönen wieder erschaffen zu müssen — und dazu bedarf es der Dichter.“ Oder eben der Maler: Martin Gensbaur, „Punta Ala“, Öl/Lwd., 65 cm x 105 cm, 2025
Wann merkt man, dass das Jahr bald endet? Spätestens dann, wenn es im Dauergrau in den Seeanlagen kaum mehr Tag werden will und die Arbeitsgemeinschaft Dießener Kunst dort zu ihrer Weihnachtsaustellung in den hell erleuchteten Pavillon einlädt. Am Samstag, den 22. November ist es wieder soweit. 30 Dießener Werkstätten sorgen für lichte Momente in der dunklen Jahreszeit. Unter anderem zwei Bildpaare des Dießener Malers Martin Gensbaur von Ammersee und Walchensee. In den vier Bildern geht es um das Spiel von Hell und Dunkel, den Gegensatz von schwer und leicht, fest und beweglich. Die Himmelserscheinungen am Ammersee beim Steg des Froschgartls in Aidenried sind dem bayerischen Föhn zu verdanken. Beim Blick vom sogenannten „Paraplui“, einem Aussichtsplatz über dem Walchensee, den schon König Ludwig II regelmäßig aufsuchte, dreht sich der Bildraum um. Der Himmel spiegelt sich im See vor der dunklen Bergkette des Karwendels. „Mehr Licht…“, sollen Goethes letzte Worte gewesen sein. Wer mehr Licht in diesen Tagen sucht, dem sei der Besuch des Pavillons in den Seeanlagen noch bis zum 24. Dezember empfohlen.
Carl Orff ist zurück in Dießen! So ist es auf einem riesigen Plakat im Nachbarort Fischen zu lesen. Obwohl der Dießener Maler Martin Gensbaur ab Februar 1973 in direkter Nachbarschaft zu Carl Orffs Grundstück wohnte, kam es leider zu keiner persönlichen Begegnung mit dem damals schon älteren Komponisten. Zur Eröffnung des neuen Museums und „Rückkehr“ des wohl berühmtesten Dießeners am 30. Oktober hängt im Kunstfenster ein Bild mit einem pinken Flamingo, dessen Farben gerade noch trocknen. Was hat das mit Carl Orff zu tun? Eine Verbindung zu den Carmina Burana entsteht durch den Namen von "Wafna", einer pinken Plastik-Flamingo-Statue, die seit der Aufführung der Carmina Burana im Jahr 1987 als inoffizielles Maskottchen Konzerte und Partys des Virginia Glee Clubs begleitet. „Wafna! Wafna! Was hast du getan, Pech, schändlichstes? Unseres Lebens Freuden hast du Fortgenommen alle! Wafna! Wafna! Ha, Ha!“ Die Textstelle aus Carl Orffs berühmter szenischen Kantate mit mittelalterlichen Texten des Klosters Benediktbeuern gibt dem Flamingo seinen Namen. „Wafna!, wafna!“ - Willkommen Carl Orff, zurück in Dießen!
Ammerseekurier, 31. Oktober 2025, S. 8
Anlässlich der Finissage der Ausstellung mit Bildern von Martin Gensbaur, Installation und Zeichnung von Doris Trummer und dreidimensionalen Objekten des toskanischen Malers und Bildhauers Mauro Corbani rezitierte Irmgard Lersch am Freitagabend vor einem interessierten Publikum Friedrich Hölderlins Gedicht „Hälfte des Lebens“. Die Tübinger Literaturwissenschaftlerin, die mehrfach über Leben und Werk des berühmten Dichters ihrer Heimatstadt publiziert hat, analysierte Stellen des Gedichts und zeigte inhaltliche Bedeutungen und Zusammenhänge auf, die auch den Blick auf die ausgestellten Arbeiten schärften. Dank an alle, die gestern dabei waren. Wer die Veranstaltung verpasst hat und mehr zu dem Thema erfahren möchte, dem sei DAS KUNSTFENSTER Nr. 10 empfohlen (ISBN 978-3982303932).
„Der Schatzberg ist ein 677 m hoher Moränenhügel der Würmeiszeit auf dem Gebiet des Marktes Dießen am Ammersee. Die Distanz zum Ammersee beträgt etwa 3 km. Vom Gipfel bietet sich bei entsprechendem Wetter ein prächtiger Blick auf die Alpen.“ Das Wort „Berg“ ist wohl leicht übertrieben. Auch das Lexikon nennt den Hausberg Dießens einen „Hügel“. Der Maler Martin Gensbaur hat in seinem Bild die bewaldete Kuppe nach oben gezogen und den „prächtigen“ Blick in die Alpen auf Benediktenwand und Jochberg hervorgehoben. Es gibt allerdings durchaus Tage, an denen man die Landschaft so sehen kann, gerade jetzt im Herbst. Das Thema Schatzberg beschäftigt Gensbaur schon seit Jahren. Er zeigt im Pavillon in den Seeanlagen ein zweites Bild, das er im Frühjahr 1979 als Student der Münchner Kunstakademie am Aussichtspunkt auf dem „Gipfel“ gemalt hat. Der Vergleich lohnt vielleicht nicht nur wegen des Alpenpanoramas, das im Frühjahrsdunst mitunter nur schwer auszumachen ist.
„Schatzberg“ nennt sich eine Sonderausstellung im Pavillon der ADK in den Dießener Seeanlagen, die am Samstag, den 11. Oktober um 15 Uhr eröffnet. Kunst und Kunsthandwerk aus 30 Dießener Werkstätten spiegelt das Motto der Ausstellung auf unterschiedliche Art und Weise. Man darf gespannt sein, nicht nur wenn man aus Dießen kommt und den „Berg“ vielleicht noch nie so gesehen hat wie hier.
Aloys News, 25. September 2025
LT extra, 4. Oktober 2025, S. 4
„…erkennt, meine Freunde, was Bilder sind: das Auftauchen an einem anderen Ort.“ schrieb der Maler Franz Marc in einem seiner Briefe. Mit Blick auf den oberbayerischen Sommer 2025 würde mancher wohl gerne an einem anderen Ort auftauchen, beispielsweise am Strand der toskanischen Kleinstadt Follonica am gleichnamigen Golf. Hier ist in diesen Wochen Sommer und vor dem „Piccolo Mondo“, einem auf Stützen in das Meer gebauten Speiselokal, spielen Kinder mit ihrem „Gonfiabile“, einem aufgeblasenen Flamingo aus buntem Plastik, im flachen Wasser. Der Dießener Maler Martin Gensbaur hat die Szene in einer seiner neuen Arbeiten zu der Serie „Spiaggia Libera“ festgehalten und stellt das Gemälde anlässlich des Kunsthandwerkermarktes im Pavillon der Arbeitsgemeinschaft Dießener Kunst in den Seeanlagen aus. Es ist fast wie im Kino: für einen kurzen Moment taucht man auf in einer anderen Welt.
Ammerseekurier, 12. August 2025. S. 2
„Non sostare sotto il ponte“ – bitte halten Sie sich nicht unter der Brücke auf! Das Schild mit dieser Aufschrift wird offensichtlich nicht gelesen. Denn, wo ist der ideale Ort um sich die „tintarella“ des Sommers zu holen, oder auf Deutsch gesagt, braun zu werden? Bestimmt nicht dort, wo das neue Bild des Dießener Malers Martin Gensbaur entstand. Ihn erinnern die drei Figuren im Raum eher an die „Piazze d`Italia“ des Malers Giorgio de Chirico oder auch die berühmten „shelter sketches“ des Bildhauers Henry Moore, die er während der Bombardierung Londons in einem U-Bahn-Schacht zeichnete. Figuren im Raum ist ein zeitloses Thema, auch wenn es in dieser Fassung so wohl noch nicht gemalt wurde. Wie immer geht es auch bei diesem Bild um Licht und Schatten. Ab sofort im Kunstfenster Dießen in der wegen einer Umleitung zurzeit noch ein wenig stärker als sonst frequentierten Hofmarkkurve. „Non sostare“, falls man mit dem Auto vorbeifährt!
Modern Times – nicht von Charly Chaplin
Die Abhängigkeit des Menschen von der Maschine, die seelenlos den Arbeitstakt beim Schraubendrehen vorgibt, zeigt sich heute in anderer Form, wesentlich versteckter und subtiler als in Charly Chaplins 1936 gedrehtem Klassiker. Statt eines Schraubenschlüssels müsste er 2025 vielleicht ein Smartphone in der Hand halten. Chaplin führte vor 90 Jahren seinen Zeitgenossen die Monotonie der Maschine und den Verlust an Individualität in der modernen Arbeitswelt vor Augen. Längst verbringt der „Massentourist“ auch seine Freizeit wie am Fließband. Martin Gensbaur beobachtet Menschen im Urlaub. In einem mehrteiligen Wandfries mit dem Titel „modern times“ malt er Menschen am Strand. Gemeinsam oder jeder für sich? Entspannt oder gelangweilt? Sonnenbad oder Tortur? Die Bilder geben Rätsel auf. Die historische Technik der Freskomalerei auf Kalkputz verleiht den spontan eingefangenen Szenen dann doch wieder, trotz des Bildtitels, etwas Zeitloses.
Ausstellung „Modern Times“: 45 Positionen in Malerei, Skulptur, Fotografie, Zeichnung, Ton, Druck, Montage, Assemblage, Collage und Digital Art
20. September bis 5. Oktober 2025, Di – So von 14–17 Uhr, am 3. Oktober geschlossen, Historisches Rathaus, Hauptplatz 152, 86899 Landsberg am Lech
Eröffnung zur Langen Kunstnacht, 20. September 18 Uhr, RBK Regionalverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberbayern West e.V.
Aloys News, 14. September 2025
15. September Nachmittags am Steg beim Froschgartl in Aidenried:
Aidenried,
Gouache/Ingres, 24cm x 32 cm, 2025
Anlässlich des Geburtstags des amerikanischen Malers Edward Hopper (1882-1967) am vergangenen Dienstag, den 22. Juli zeigt der Dießener Maler Martin Gensbaur in seinem Kunstfenster das Gemälde „Via Don Bigi“. Manche, die in der Hofmarkkurve vorbeifahren, werden sich vielleicht fragen, was einen Künstler heute noch dazu veranlassen könnte, seine Staffelei an einem Zebrastreifen an der Via Don Bigi in der südtoskanischen Kleinstadt Follonica aufzubauen, um dort zu malen. Abgesehen von wenigen Passanten, die hier zu Fuß oder im Auto vorbeikommen, ist inhaltlich wenig geboten: ein „Palazzo“ mit Außentreppe, wie die billig gebauten Mehrfamilienhäuser im Stil der 70er und 80er Jahre in Italien genannt werden, eine Straßenlaterne, ein verblasstes Graffiti, die Oberleitungen der vielbefahrenen Bahnlinie und eine Pinie im Mittagslicht. Italien erinnert den Maler an der Stelle vielleicht ein wenig an Amerika und an das von ihm verehrte amerikanische Vorbild. Doch, wenn man es in Worten ausdrücken könnte, dann gäbe es keinen Grund, so etwas zu malen.
„Via Don Bigi“, Öl/Lwd., 54 cm x 73 cm, 2025, Kunstfenster Dießen, Hofmark 13, www. gensbaur.de
LT extra, 2. August 2025, S. 6
„Dieses Urfeld ist ein ganz winziger Ort, es gibt dort weder Schuster noch Schneider. Einige Villen im Liliputanerstil leuchten aus schwarzen Tannen hervor. Eines dieser Häuschen gehört uns, hart am Fuße des Herzogstands.“ So beschrieb der Maler Lovis Corinth sein Haus am Walchensee. Im Sommer 1925 brach er nach Holland auf, um Bilder der von ihm verehrten Meister Rembrandt und Franz Hals wiederzusehen. Am 17. Juli ist er auf dieser Reise an einer Lungenentzündung gestorben. Seiner Frau und Malschülerin Charlotte Behrend-Corinth hatte er das Malen des Walchensees verboten. Es sollte allein sein Motiv bleiben. Vielleicht hätte er es mit eben dieser Begründung auch dem fast auf den Tag ein Jahrhundert jüngeren Maler Martin Gensbaur verboten. Mit Blick auf den 17. Juli 2025 zeigt der Dießener Künstler neue Walchenseebilder im Pavillon der Arbeitsgemeinschaft Dießener Kunst. Am Sonntag, 12. Juli feiert der Heimatverein Dießen in den Seeanlagen sein 100-jähriges Bestehen. Die ADK beteiligt sich mit einer Sonderöffnung, Kuchentheke und weiteren Überraschungen. Parallel dazu zeigt das Kunstfenster an dem Wochenende eine Serie von kleinformatigen Gouachen aus Urfeld und Umgebung. Am Freitag, 11. Juli findet dort eine öffentliche Probe für das Konzert „Ein Freund, ein guter Freund“ mit Liedern von Werner Richard Heymann mit Siso Hagen (Gesang) und Katja Brandl (Piano) am darauffolgenden Sonntag im Kurparkschlösschen Herrsching statt. Der Eintritt im Kunstfenster ist frei, die Zahl der Plätze begrenzt.
Ammerseekurier, 1. Juli 2025, S.2
Das letzte Kapitel ihrer Biografie Franz Schuberts überschreibt die Autorin Karla Höker mit dem Titel „In einer zeitlosen Welt“. Sie vergleicht Schubert mit Beethoven und stellt fest, dass auch er in der Welt seiner Werke lebte, in einer zeitlosen Welt. Das Phänomen ist nicht allein in der Welt der Musik zu beobachten. Die Kuratorin für Gegenwartskunst am Museum of Modern Art in New York Laura Hoptman ist der Meinung, dass sich die Zeitlosigkeit in der zeitgenössischen Kunst nirgendwo deutlicher als in der Malerei manifestiere. Alles ist möglich, heißt die Devise. Kein einheitlicher Stil, keine Thematik in der Gegenwartskunst lässt auf den Augenblick schließen, in der sie gemacht worden ist. Unter dem Titel „Forever Now“ kuratierte sie schon vor 10 Jahren eine Ausstellung, die das Primat der Beliebigkeit in der Gegenwartskunst zum Thema machte.
„Forever Now“ — das Jetzt, der Augenblick, für immer — passt als Titel auch zu den fünf Bildern, die seit Mitte April im Eresinger Kulturrathaus zu sehen sind. Der Architekt hat das Foyer mit den
Ausstellungswänden so konzipiert, dass man durch einen Glasschlitz neben den Türen in die dahinterliegenden Büros blicken kann. Zu den Bürozeiten sitzen die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung an
ihren Schreibtischen und arbeiten am Computer. Davon getrennt im Ausstellungsraum hängen Bilder vom letzten Sommer vom Strand in der Südtoskana und Badeplätzen am Walchensee und am Eisbach im
Englischen Garten. Im Ausstellungsraum gehen die Uhren anders als in den parallel einsehbaren Amtsstuben. Kaum etwas lässt auf den Augenblick schließen, in denen die Bilder gemacht wurden. Was
alle miteinander verbindet, ist das Licht der Sonne und der Schatten der Erde.
Die Ausstellung „Forever Now – 5 Bilder von Martin Gensbaur“ ist noch bis Ende Juli im Eresinger KultuRathaus (Kirchstraße 2) zu sehen. Öffnungszeiten des Rathauses: Mo.-Fr. 8-12 Uhr, Do. auch 14-16 Uhr. Eröffnung: Donnerstag, 5. Juni, 18.30
Michael Klotz, 1. Bürgermeister Eresing, Einführung: Christian Burchard.
Eigentlich steht das Leben niemals still. Es sei denn, man malt es. Dann hat nicht nur das für eine Ewigkeit haltbare Material Keramik eine Chance zu überleben, sondern vielleicht auch ein irgendwo am Strand abgestelltes knallrotes Möbel aus Plastik. Der Dießener Maler Martin Gensbaur hat neue Bilder mit dem Titel „il tavolino rosso“ aus Italien mitgebracht und zeigt sie während des Dießener Töpfermarkts von Donnerstag bis Sonntag kommender Woche in seinem Kunstfenster in der Dießener Hofmark. „Verweile doch…!“, der Titel der temporären Ausstellung ist an einer Stelle des Ortes, in der der Verkehr niemals stillsteht, allerdings mit Vorsicht zu genießen.
LT extra, 31. Mai 2025, S. 7
Licht und Schatten war das Thema der Kreiskulturtage Landsberg. Nach der Eröffnungsfeier im Scheinwerferlicht des Stadttheaters Landsberg galt es in den verbleibenden Tagen bis Ende Mai auch das eine oder andere „Schattengewächs“ der landkreisweiten Veranstaltung zu entdecken, beispielsweise zwei Bilder des Dießener Malers Martin Gensbaur. Die beiden Gouachen sind in diesem Winter, der oft an einen Frühling erinnerte, in der Gemeinde Krün bei Mittenwald entstanden. Sie zeigen das kontrastreiche Wechselspiel von Licht und Schatten auf Schneefeldern des Karwendelgebirges und Hausdächern mit Solaranlagen, die das Licht der Sonne reflektieren. In Verbindung mit den allgegenwärtigen Kondensstreifen am Himmel sind die vor Ort gemalten Miniaturen zeitgenössisch und zeitlos zugleich.
warT extra, 17. Mai 2025, S. 4
Zwei Generationen Malerei trafen im Pavillon der ADK aufeinander
Bis Ende des Monats April zeigte die Arbeitsgemeinschaft Dießener Kunst ADK im Pavillon in den Seeanlagen eine Gedächtnisausstellung zu Ehren der vor kurzem verstorbenen Riederauer Künstlerin Marion Bembé (1930 – 2024). Die international bekannte Malerin war Schülerin von Fritz Winter und arbeitete bis ins hohe Alter in der nicht gegenständlichen Tradition des Bauhauses. Stehen ihre Bilder zunächst noch ganz im Schatten ihres Lehrers, entwickelte die Künstlerin in ihren späten Arbeiten einen eigenen, sehr empfindsamen Umgang mit Farbe und Material und einen individuellen Ausdruck.
Es ist für die nachfolgenden Künstlerinnen und Künstler der ADK nicht einfach diesen Bildern etwas zur Seite zu stellen, was dem Ernst und Anspruch der Generation der Bauhaus-Schule standhalten könnte. Zumal heute der Gegenstand in der Malerei zurück ist und, wie Gerhard Richter (*1932) kürzlich in einem Interview mit Blick auf den Isenheimer Altar anmerkte, heute die Kunst eher für Sensationen sorgt und an ihrem Unterhaltungswert gemessen wird.
Der Dießener Maler Martin Gensbaur (* 1958) versuchte es mit dem Bild „Piccolo Mondo“. Das Ristorante mit diesem Namen ist auf Pfeilern in das Meer hinein gebaut und wird für die Einwohner der südtoskanischen Kleinstadt Follonica täglich zur Kulisse einer Großen Oper. Das Bild blieb auch noch über den Dießener Töpfermarkt in der ständigen Ausstellung der ADK.
„Schatten sind Löcher im Licht. Sie brechen unsere Wahrnehmung auf geheimnisvolle Weise.“ Michael Baxandall vergleicht in seinem Buch über die Schatten Theorien des 18. Jh. mit denen unserer Tage und kommt zu dem Ergebnis: „Löcher im Licht können uns aufklären… “ Ging es im Jahrhundert der Aufklärung um skiagrafisch exakte Methoden ihrer bildlichen Darstellung, muss heute das Geheimnis der Schatten digitalen Sensoren erklärt werden. Martin Gensbaur malt skiagrafische Studien in der Natur. Der Philosoph Fabian Heubel schreibt einen Text über das unterschiedliche Verhältnis der chinesischen und europäischen Malerei zum Schatten. Nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich mit Beiträgen an einem Panorama zeitgenössischer Möglichkeiten das Phänomen des Schattens neu zu sehen.
(weitere Infos zur Ausstellung und Publikation DAS KUNSTFENSTER Nr. 11 - "Löcher im Licht" im Flyer s.u.)
Süddeutsche Zeitung, 30. April 2025
Augsburger Allgemeine AK, 17. April 2025
Das Leben ist eine Baustelle. Nicht nur bei uns, doch gefühlt in Dießen ganz besonders. Nachdem im vorigen Jahr die mehrjährigen Baumaßnahmen in der Mühlstraße und den Seeanlagen abgeschlossen wurden, rücken nun zum Saisonstart 2025 im Pavillon am See erneut die Bagger an. Allerdings nur gemalt, in Bildern des Dießener Malers Martin Gensbaur mit den Titeln „RAZ“ und „New Holland“. Der blaue Bagger stand lange Zeit nahe der Klosterkirche und dürfte nun noch bis zum Jahresende in der Durchgangsstraße zu bewundern sein, die normalerweise Dießen mit dem restlichen Ammersee-Westufer verbindet. Wer „New Holland“ auf der Spur sein möchte, der muss an den Golf der toskanischen Kleinstadt Follonica reisen. Auch in Italien wird viel gebaut. Doch wie immer geht es in Gensbaurs Bildern nicht um das getreue Abbild eines zufällig gefundenen Objekts. Irgendwo auf unbestimmte Dauer abgestellte Baustellenfahrzeuge dienen dem Künstler als Auslöser für eine Malerei in Gelb oder Blau und als Metapher, deren Erfindung durch die Wirklichkeit möglich wird. Zu den Bildern gibt es in der Ausstellung auch eine Kunstpostkarte.
Ab Montag, 10. März dürfte es in der Hofmarkkurve immer wieder zu möglichen Wartezeiten kommen. Nicht, weil endlich die in einer Bürgerversammlung vor über einem Jahr angekündigte „Dosierampel“ installiert wird, sondern aufgrund einer für die Dauer von acht Monaten angekündigten Umleitung des von Utting kommenden Verkehrs entlang des Ammersee-Westufers. Nach dem Motto „a bisserl was geht no“ wurde ohne vorherige Information der Anwohner die Sperrung der Lachnerstraße und die Umleitung durch das Straßenbauamt beschlossen. Die Herrenstraße und die Hofmark sind und bleiben sicher noch länger als bis zum Jahresende ein „lost place“ im schönen Künstler- und Luftkurort Dießen.
Zu dem besonderen Anlass zeigt Martin Gensbaur in seinem Kunstfenster ein verlorenes Objekt, ein rotes Plastikmöbel, welches er am Strand von Follonica gefunden hat. Es ist Teil einer gerade im entstehenden neuen Serie des Künstlers mit dem Titel „oggetti smarriti“, (verlorene Gegenstände).
Nach einer Winterpause macht sich das Kunstfenster in der Dießener Hofmark wieder auf den Weg. Zu Beginn des neuen Jahres ist ein Fresko auf Rabitz zu sehen. Es zeigt einen Ausschnitt eines Wandbildes eines ehemaligen Klosterrefektoriums „Santa Croce“ in einem kleinen Ort in der südlichen Toskana.
Das Original kann seinen angestammten Platz dort nicht verlassen, es sei denn man nimmt es mit aufwändigen Verfahren von der ursprünglichen Wand ab. Über Jahrhunderte war das Wandgemälde eines Sieneser Meisters aus dem Jahr 1436 gänzlich verschwunden und vergessen. Bis auf einen Ausschnitt war die monumentale Kreuzigungsszene weiß übertüncht, durch eine Zwischendecke verbaut und teilweise zerstört. Dieser schmückte das Schlafzimmer von „Gigi“, ebenfalls einem Original, der im Alter von Sinnen war. Die Kopie eines Details aus diesem Wandbild von dem Dießener Maler Martin Gensbaur wird in diesem Frühjahr in dem toskanischen Ort wieder in eine andere Wand eingemauert. Zuvor macht es noch für kurze Zeit Station in Dießen.
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